Schon lange bevor ihr Name einer Kollektion verliehen wurde, nahm die Marine einen besonderen Platz in der Geschichte von Breguet ein. In einer Zeit, in der die genaue Zeitmessung die Bestimmung des Längengrads auf See ermöglichte, wurde die Chronometrie zu einem unverzichtbaren Instrument der Navigation. Abraham-Louis Breguet widmete sich früh dieser Disziplin, die höchste Anforderungen an Regelmäßigkeit, Widerstandsfähigkeit und Präzision stellte. Diese Eigenschaften mussten selbst unter den Bedingungen eines fahrenden Schiffes sowie bei Temperaturschwankungen zuverlässig gewährleistet sein.
Uhrmacher der Königlichen Marine
Im Jahr 1814 wurde Abraham-Louis Breguet zum Mitglied des Bureau des Longitudes ernannt, einer wissenschaftlichen Institution, die insbesondere für Fragen der Bestimmung des Längengrads auf See zuständig war. Am 27. Oktober 1815 verlieh ihm König Ludwig XVIII. den Titel des „Uhrmachers der Königlichen Marine“, eine der angesehensten Auszeichnungen, die ein Uhrmacher zu jener Zeit erlangen konnte.
Breguet wurde zum Lieferanten der Marine und entwickelte Instrumente, die den besonderen Anforderungen der Seefahrt gerecht wurden. Zwischen 1815 und 1823, dem Todesjahr des Firmengründers, lieferte die Maison insgesamt 78 Marineuhren und Marinechronometer aus.
Die Zeit an Bord
Ein Marinechronometer muss über mehrere Monate hinweg eine möglichst konstante Ganggenauigkeit gewährleisten. Im Vergleich zur vor Ort auf See bestimmten Zeit ermöglicht die an Bord gemessene Zeit dem Navigator, seinen Längengrad zu bestimmen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, entwickelte Breguet hochpräzise Uhrwerke, die durch zylindrische Gehäuse geschützt und wiederum in Kästen mit kardanischer Aufhängung gelagert waren. Dadurch blieb der Mechanismus trotz der Bewegungen des Schiffes stets stabilisiert.
Von der Marinechronometrie zur Kollektion Marine
Die Verbindung zwischen Breguet und der Navigation bestand auch lange nach dem Tod des Firmengründers fort. Während des gesamten 19. Jahrhunderts und bis weit ins 20. Jahrhundert hinein belieferte die Maison weiterhin die Marine mit speziell dafür entwickelten Instrumenten.
Heute übersetzt die Kollektion Marine dieses historische Erbe in eine zeitgenössische Ausdrucksform der Uhrmacherkunst von Breguet. Sie vereint Präzision, Robustheit und anspruchsvolle Komplikationen in Zeitmessern, die Tradition und Innovation harmonisch miteinander verbinden.
Warum die Marine?
Vom Bureau des Longitudes bis zu den großen maritimen Expeditionen erstreckt sich die Geschichte von Breguet auf See über mehr als zwei Jahrhunderte. Archive, historische Chronometer und Zeugnisse ermöglichen es, ihre Ursprünge nachzuzeichnen und ihre Anforderungen zu verstehen.